Samstag, 25. Februar 2017

Emma, der Faun und das vergessene Buch


WORUM GEHT'S?
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Als Emma beim Aufräumen in der Bibliothek ihres Internats ein altes Notizbuch findet, denkt sie zunächst, es wäre eine Art Chronik der Schule. Aber es ist genau umgekehrt: Alles, was man in dieses Buch hineinschreibt, wird tatsächlich wahr. Natürlich beginnt Emma sofort damit, den Schulalltag auf Schloss Stolzenburg ein wenig zu „korrigieren“. Doch nichts geschieht so, wie sie es sich gedacht hat. Zumal auch schon früher Chronisten das Buch genutzt haben. Zum Beispiel eine junge Engländerin, die Ende des 18. Jahrhunderts ein Märchen über einen Faun verfasst hat und später eine erfolgreiche Schriftstellerin wurde. Oder Gina, die vor vier Jahren plötzlich verschwand, nachdem sie ihre Geheimnisse der Chronik anvertraut hatte. Als sich jetzt auch noch Ginas Bruder Darcy einmischt, ist das Chaos perfekt. Denn Emma und Darcy sind einander in herzlicher Abneigung zugetan – zumindest glauben das die beiden.

Mechthild Gläser | 416 Seiten | 18,95 € (HC) | Loewe 

MEINE MEINUNG
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Ein Buch, das alles wahr werden lässt, was man hineinschreibt. Das klingt doch ziemlich cool, oder? Was man damit alles anstellen könnte! Sich zum Beispiel alle gewünschten Bücher ins Regal schreiben … aber nun mal im Ernst: So ein Buch kann auch ziemlich viel Ärger mit sich bringen, wie auch Emma Morgenroth erfahren muss. 


Ganz nett

Emma ist Schülerin auf dem Internat Stolzenburg, das in der Nähe von Köln direkt am Rhein liegt. Sie ist völlig vernarrt in diese Schule und hat sich vorgenommen, im neubeginnenden Schuljahr etwas zu ändern. Da kommt einem ein magisches Buch doch ganz gelegen, oder? Die Idee finde ich wirklich witzig, auch wenn sie nicht neu ist. Dennoch hat mir die Umsetzung gut gefallen und ich habe Emma gerne dabei begleitet, wie sie hinter das Geheimnis der Chronik kommt.

Emma ist für mich zwar eine sympathische Protagonistin mit Ecken und Kanten, die jedoch nicht in dem Maße heraussticht, dass sie mir über das Buch hinaus im Gedächtnis bleiben wird. Auf ihrem Abenteuer wird sie von ihren zwei Freundinnen Charlotte und Hannah, die eher blasse Charaktere sind, unterstützt. Hinzukommen dann noch Darcy de Winter und Toby. Die beiden Jungen bringen zwar immer mal wieder Abwechslung in die Mädchenbande, aber auch sie sind für mich keine gut ausgearbeiteten Charaktere.

Was hatte Jane Austen damit zu tun?

Einige von Euch werden beim Lesen nun etwas gestutzt und sich vielleicht gefragt haben: Darcy? Den Namen kenne ich doch. Ja! Frau Gläser hat in ihrem Roman Emma, der Faun und das vergessene Buch Elemente aus den Romanen von Jane Austen übernommen. Vor allem sind Szenen und Parallelen aus Stolz und Vorurteil zu erkennen. Ich bin ein großer Fan von Jane Austen und war anfangs sehr überrascht, dass solche Elemente in der Geschichte genutzt werden, danach aber sehr gespannt, wohin das führen soll. Leider habe ich aber die Zusammenhänge zwischen der Geschichte von Frau Gläser und den Elementen von Jane Austen nicht gesehen. Warum war es für Emmas Geschichte von Bedeutung, dass sie Parallelen zu Lizzy hatte und Darcy eben Darcy war? Es wirkt halbherzig durchdacht.

Ebenso hat es mich stutzig gemacht, dass der Faun keine so große Rolle spielt wie man eigentlich annimmt, wenn man das Cover betrachtet und den Titel liest. Schließlich ist er auf und in beiden vertreten. Natürlich bekommt der Faun seinen Platz in der Geschichte, bringt Magie und Zauber mit sich, aber ich habe ihm mehr Bedeutung beigemessen. Schade.

Dennoch hat mich Emma, der Faun und das vergessene Buch gut unterhalten und die Autorin konnte vor allem durch ihren leichten Schreibstil bei mir punkten. Die Geschichte hat zwar einige Schwächen, über die man aber hinwegsehen kann, wenn man auf der Suche nach witziger, leichter und durchaus spannender Unterhaltung ist.



Nach Die Buchspringer war ich sehr gespannt auf das neue Buch von Mechthild Gläser. Als ich dann noch erfahren hatte, dass das Buch Elemente aus den Büchern von Jane Austen enthält, war ich umso gespannter. Leider war das Buch nicht mehr als durchschnittlich. Die Idee ist ganz nett, ebenso wie die Charaktere, aber mehr auch nicht. Ich hatte mir mehr erhofft.

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