Sonntag, 22. Januar 2017

Zurück ins Leben geliebt


WORUM GEHT´S?
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Als Tate zum Studium nach San Francisco zieht, stolpert sie dort gleich am ersten Abend über Miles Archer: Miles, der Freund ihres Bruders, der niemals lächelt, meistens schweigt und offensichtlich eine schwere Bürde mit sich herumträgt. Miles, der so attraktiv ist, dass Tate bei seinem Anblick Herzflattern und weiche Knie bekommt. Miles, der, wie er selbst zugibt, seit sechs Jahren keine Frau mehr geküsst hat. Miles, von dem Tate sich besser fernhalten sollte, wenn ihr ihr Gefühlsleben lieb ist …

Colleen Hoover | Katarina Ganslandt | 368 Seiten | 12,95 € (PB) | dtv

MEINE MEINUNG 
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Zurück ins Leben geliebt ist mein erstes Buch von Colleen Hoover, das ich nach der Will & Layken-Reihe gelesen habe. Da ich diese Reihe abgöttisch geliebt habe, hatte ich dementsprechend hohe Erwartungen an Zurück ins Leben geliebt: große Gefühle und eine außergewöhnliche Liebesgeschichte mit Tiefgang. Eben das, was ich von Colleen Hoover gewöhnt bin, aber leider habe ich das nicht bekommen.


Es fing doch so gut an ...

Der Anfang der Geschichte gefiel mir gut. Tate ist ein Mädchen, das ihren eigenen Weg geht und nicht als Heimchen am Herd enden möchte. Sie möchte ihr Leben selbst bestimmen und setzt auf ihre Ausbildung als Krankenschwester daher noch ein Studium. Ihre erste Begegnung mit Miles folgt dann auch schon prompt und diese kann mit Witz und auch Gefühl überzeugen. Doch dann nahmen die Gefühle für mich immer weiter kontinuierlich ab.

Tate und Miles fühlen sich voneinander angezogen, weshalb Miles den Vorschlag unterbreitet, dass die beiden eine rein sexuelle Beziehung zueinander führen könnten, denn mehr will und kann er ihr nicht geben. Auch da dachte ich noch, dass das schon okay ist, solange Tate das möchte. Aber irgendwie denkt Tate nicht mal einen Augenblick darüber nach. Sie willigt sofort ein und möchte ihn dann am liebsten an Ort und Stelle vernaschen. Als es dann zum ersten Mal kommt zieht sich das über Seiten und ich muss zugeben, dass es mich nach drei Seiten langsam anfing zu langweilen. Nachdem ich dann diese Szene überstanden hatte, folgten noch mindestens fünf weitere in dem Buch und mit jeder weiteren verlor ich die Leselust. Mich persönlich langweilen solche ausführlichen Sexszenen.

Wo sind die Gefühle, Frau Hoover?!

Natürlich zeigen diese Szenen wie sehr die beiden sich begehren und dass sie einfach nicht die Finger voneinander lassen können. Man fragt sich dann als Leser, warum sie nicht einfach eine Beziehung führen, aber Miles ist dazu nicht bereit und macht dies Tate auch immer wieder klar. Dennoch gibt Tate sich immer wieder her, lässt sich verletzen, springt auf, wenn er pfeift. Die Tate, die ich am Anfang so sehr mochte, verblasst während der Geschichte zu einem charakterlosen Mädchen, das für Miles Bedürfnisse da ist. 

Während des gesamten Mittelteils fehlen mir Gefühle wie ich sie von Hoover gewöhnt bin. Da ist nur ein ewiges Hin und Her, was ich mich irgendwann nur noch langweilte. Was dann aber im Laufe des Buches an Gefühlen gefehlt hat kommt am Ende geballt auf einen zu. Vorher zieht sich das Ganze wie Kaugummi und dann löst sich alles mit einem Knall auf. Plötzlich passiert einfach so viel und vor allem so schnell, dass ich das Gefühl hatte, die Autorin muss noch schnell alles rechtfertigen, was passiert ist, alles erklären, damit keine Fragen offen bleiben und dann noch die Zukunft der Beiden klären. Es darf nichts der Fantasie des Lesers überlassen werden.

Wenigstens hatte Miles doch eine Seele.

Viel interessanter finde ich die Vergangenheit von Miles. Sie ist in dem Buch bis zu einem gewissen Punkt zentriert geschrieben, was dem Ganzen etwas Poetisches verleiht und das finde ich perfekt getroffen, denn Miles befand sich dort in einem Gemütszustand, der wie die Faust auf's Auge zu dieser Formatierung passt - fast schwebend.



Mich konnte Zurück ins Leben geliebt also leider nicht überzeugen. Die Liebesgeschichte von Tate und Miles mag ja ganz unterhaltsam sein, allerdings möchte ich die Botschaft, die dieses Buch für mich aussendet, nicht unterschreiben: Schlaf mit ihm und du kriegst ihn. Die Beiden sind zwar erwachsene Menschen, aber da das Buch ab 16 ist, lesen dies auch durchauchs Jüngere. Ich hoffe, die nächsten Bücher von Colleen Hoover können mich wieder mehr begeistern.
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